Jugendliche wachsen hinein in die Welt, werden in ihr sozialisiert und gebildet – und hinterfragen Vieles, das ihnen begegnet. Was bedeutet Eigentum? Gehöre ich jemandem? Oder bin ich mein eigenes Eigentum? Was bedeutet Besitz, Eigentum und Verantwortung in einer Zeit, die so stark von Geld und etwas haben geprägt ist? Wenn ich ein Teil dieser Welt bin, besitze ich sie und sie mich? Gehört „unsere“ Erde überhaupt jemandem? Wem gehören der Boden, die Pflanzen und Bäume, Wasser, Luft und auch ich? Können Tiere jemandem gehören – oder kann man auch sich selbst gehören? Und eine zentrale Frage im Herauswachsen aus der abhängigen Kindheit in die erwachsene Selbstständigkeit lautet für Viele auch: Wem gehört meine Zeit?
Commons ist der Jugend genauso wenig ein Begriff wie vielen Erwachsenen. Zugleich erhalten Fragen um Eigentum, Besitz, Freiheit und Gemeinschaftsformen zurzeit eine große Aufmerksamkeit. Wir untersuchen dieses Themenfeld gemeinsam und lassen daraus ein Buch für Menschen ab 14 Jahren entstehen.
Dazu haben wir mit zehn Jugendlichen eine Woche lang ihre Fragen rund um das Thema gesammelt. Diesen ungewöhnlichen und konsequenten Arbeitsprozess für ein Jugendbuch dokumentieren wir von Anfang an mit Film und Fotografien.
Für die Auswahl und Beantwortung der Fragen haben Unterstützung durch ein Netzwerk von Expert:innen, die den Buch-Rat bilden und beratend das Buch begleiten.
Elinor Ostrom gewann 2009 als erste Frau den Wirtschaftsnobelpreis für ihre empirische Erforschung der Commons-Ressourcen, die über Jahrhunderte erfolgreich kooperativ und gemeinschaftlich verwaltet wurden. Sie beschrieb etwas, das entgegen vielen heute gängingen Wirtschaftstheorien in allen Gesellschaften omnipräsent war und immer noch ist, aber heute kaum noch wahrgenommen werden kann, weil uns die Sprache dafür fehlt. Sie erweiterte durch ihre Forschung den wirtschaftswissenschaftlichen Denkrahmen und machte diese allgegenwärtigen Commons zum ersten Mal auf akademischer Ebene sichtbar.